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Grundlagen von Akupunktur und verwandten Verfahren


Phänomen Fersensporn


Therapieoptionen mittels Akupunktur und verwandten Verfahren

Der Hinweis auf einen plantaren Fersensporn als radiologische Befundangabe begründet noch keine Diagnose, auf der eine Therapie aufgebaut werden könnte. Der Nachweis einer solchen horizontalen, dem Verlauf der Plantarfascie folgenden knöchernen Ausziehung des Calcaneus hat keinen Krankheitswert per se. Bei Schmerzen unter der Ferse lässt sich nur in ca. 60 bis 70% ein plantarer Fersensporn nachweisen (s. Abb.), dessen Größe nicht mit der Schmerzintensität korreliert und welcher auch dann noch besteht, wenn der Schmerz schon wieder abgeklungen ist. Die Plantaraponeurose unterliegt einem Längszug und spannt federnd als passives Element zusammen mit den Muskeln das Fußlängsgewölbe. Bei Überlastung kommt es im Insertionsbereich der Fascie zu Mikroläsionen und einer reaktiven Entzündung.

Pathologisch-anatomisch handelt es sich in den meisten Fällen um eine Fasziitis der Plantaraponeurose im Bereich ihres Ansatzes am Fersenbein. Diese wird im geschilderten Fall anzunehmen sein. Andere differentialdiagnostische Möglichkeiten, wie ein radikuläres S1-Syndrom, eine Nervenkompression, ein M. Ledderhose oder ein M. Bechterew sind eher unwahrscheinlich. Prinzipiell ist die Plantarfasciitis Ausdruck einer Dekompensation der Regulation des Grundsubstanz-Systems und meist nur die Spitze des Eisberges einer sich generalisierenden Bindegewebstransformation mit vermehrter Kollagensynthese.

Abb. Fersensporn im Röntgenbild (© DM R. Poetzschner 2010)
Obwohl keine klinischen Befunde geschildert werden, lässt die Anamnese auf myofasciale Triggerpunkte schließen, die in der dorsalen Muskel-Fascienkette liegen, welche am Fersenbein in den Fuß umlenkt. Triggerpunkte behindern die Dehnung der Muskulatur, überlasten die Insertionen und induzieren Schmerzen in charakteristischen Regionen. Für die Ferse kommen besonders der M. gastrocnemius, der M. soleus, der M. quadratus plantae, der M. abductor hallucis und der M. flexor digitorum brevis in Betracht.

 

Akupunktur:

Diese zielt innerhalb der notwendigerweise komplexen Therapiestrategie auf die Verbesserung der lokalen Trophik, auf die Detonisierung der Muskulatur und auf die afferente Induktion einer spinalen Schmerzmodulation in den betroffenen Segmenten S1 und L5 ab.

Folgende Akupunkturpunkte kämen bei der geschilderten Symptomatik in Frage:

Lokale und lokoregionale Punkte
in Bauchlagerung, beidseits bzw. bei akuter Symptomatik kontralateral, Auswahl nach Druckdolenz: Ashi-Punkte, Ni 2 (M. abductor hallucis), Ni 5 (Periost des Calcaneus), Bl 60 (von cranial auf das Periost des Calcaneus), Bl 61 (Periost des Calcaneus), Bl 58, 57, 56, 55 und Mi 8 (M. gastrocnemius, M. soleus), bei Triggerpunkten auch mit der Dry Needling – Technik.

Fernpunkte über die Tai-Yang-Achse:
Dü 3 alternativ am Periost des Metacarpale V und Bl 10

Weiterhin: Handpunkt 18, LG 20 (Du Mai 20); am Ohr: Fersen-Repräsentation im Bereich der nasalen Fossa triangularis austasten, am Schädel: YNSA D-Zone.
Bei Therapieresistenz auch an ein Disharmoniemuster denken, oft besteht ein Nieren-Yang-Mangel, dann Bl 23 und LG 4 (DU MAI 4) einsetzen.

Neuraltherapie:

Je nach den Möglichkeiten des Behandlers bzw. in Kooperation mit ausgebildeten Kollegen möglichst noch vor Anwendung der Akupunktur zur Vermeidung von Rezidiven bzw. Akupunktur-Misserfolgen wichtig.
Störfeldsuche, hier besonders im Bereich der Tonsillen; bei Patienten hier oft Narben nach TE vorhanden; Appendektomie-Narbe (Fersenschmerz rechts!); Infiltration der Triggerpunkte mit Lokalanästhetika, bei Verträglichkeit möglichst Procain 1%; Injektion an die A. tibialis posterior (sympathisches perivasales Geflecht).

Manuelle Therapie:
Suche und Beseitigung von Blockierungen, besonders im Bereich Occiput/C1, Th12/L1, L5/S1, ISG, proximales Tibiofibulargelenk und oberes/unteres Sprunggelenk/Fußwurzel; Therapie der Triggerpunkte mit postisometrischer Relaxation oder ischämischer Kompression; Dehnung verkürzter Muskulatur (oft ischiocrurale Muskulatur, M. triceps surae)

Weitere Optionen:
  • Initial bei Akutsymptomatik: Bromelain-Präparate 1. Woche 3x 270 mg, dann 3 x 180 mg tgl.; homöopathisch Silicea D 4 3 x tgl. 3 Globuli, auch Calciumfluoratum D 6; Hekla lava D 6 oder Ledum D 6
  • Langsohlige Weichbetteinlagen, am besten nach biodynamischem Prinzip
  • Softlaser-Bestrahlung am Schmerzpunkt mit bis zu 2 Watt und insgesamt 3000 Joule
  • ferner: Stoßwellentherapie, ultima ratio: Röntgenbestrahlung;

Cave: Cortisoninjektionen (Infektionsgefahr, Reduktion des Fersenpolsters, systemische Bindgewebsbelastung, Behinderung der Regulation).

Damit steht dem Akupunkteur neben der Nadel eine praktikable Anzahl symptom-orientierter Therapieoptionen zur Verfügung. Die sichere Handhabung erlernen Sie in den Kursen der DGfAN. Fragen? Sicher! Bitte wenden Sie sich an uns.

Unser Motto: Wir machen Sie fit für die Praxis der Zukunft!


Dipl.-Med. Reinald Poetzschner,
Facharzt für Orthopädie
Akupunktur, Chirotherapie, NHV
Herderstraße 50, 07545 Gera
poetzschner@dgfan.de

Literatur beim Verfasser

Aktualisiert am: 17.10.2013


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