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Grundlagen von Akupunktur und verwandten Verfahren


Akupunkturgestützte Hyposensibilisierung


Laserakupunktur bei ausgewählten Krankheitsbildern

Alljährlich nehmen im Frühjahr die saisonalen Erkrankungen des allergischen Formenkreises explosionsartig zu, wobei nicht nur die jahreszeitliche Dominanz der Pollenallergie sondern gleichzeitig auch zunehmend Nahrungsmittelallergien zu beobachten sind. Insgesamt ist in den letzten Jahrzehnten eine deutlich Zunahme der allergischen Erkrankungen zu verzeichnen. Schon im Kindesalter sind 30 bis 50 % von Allergien der verschiedensten Erscheinungsformen betroffen.

Dabei entwickelt sich das Asthma bronchiale zu einer wahren Volkskrankheit. Schon heute sind 10 % der Kinder und 5 % der Erwachsenen betroffen. Genetisch bedingt sind Kinder bis zu 20 % gefährdet, wenn nur ein Elternteil an einer Allergie leidet. Sind beide Elternteile von Allergien betroffen, steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit des Kindes auf 40 bis 80 %. Das sind bedenkliche Zahlen, die noch besorgniserregender sind, wenn man den banalen Heuschnupfen, die Pollenallergie, als Vorstufe für das spätere Asthma bronchiale betrachtet.

Jeder dritte Jugendliche leidet heute schon unter Heuschnupfensymptomen. 50 % davon werden unbehandelt ein Asthma bronchiale entwickeln, wobei sich das anfänglich saisonale Asthma ohne Therapie bei bis zu 50 % der Betroffenen zum ganzjährigen Asthma entwickelt. Die Ursachen sind vielschichtig. Die Allergie ist eigentlich eine Fehlleistung des Immunsystems, dieses agiert gegen Substanzen, die in der Regel unter normalen Bedingungen nicht krank machen dürften. Warum dies anscheinend zunehmend doch passiert wird durch verschiedene Theorien zu erklären versucht.

Ätiologisch werden vier Hauptursachen benannt (Tab.1). Allen voran die Auslösung durch Pollen der verschiedensten Pflanzen in Verbindung mit Feinstaub. Frühblüher werden von Mittel- und Spätblühern unterschieden. Die Ernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt durch den Zusatz von Farbstoffen und Konservierungsmittel. Meist völlig unterschätzt wird heute generell noch der Einfluss von psychosozialem Stress auf die Entwicklung von Allergien. Und letztendlich sind Veranlagungen über Genveränderungen für die Entwicklung verantwortlich. Allergien werden also im Laufe des Lebens erworben.

Tab.1: Ätiologie allergischer Erkrankungen

• Allergene   z.B. Pollen in Kombination mit Feinstaub
• Ernährung   z.B. Farbstoffe und Konservierungsmittel
• Psyche   z.B. psychosozialer Stress
• Veranlagung   z.B. ererbte oder erworbene Genveränderungen


Eigentlich zählen begrifflich nur IgE-vermittelte und nicht-IgE-vermittelte immunologische Reaktionen zu den Allergien, dagegen spricht man bei nichtimmunologischen Reaktionen von Intoleranzen. Wegen der schwerwiegenden Folgen werden aber in praxi auch von den Allergologen nur IgE-vermittelte Reaktionen erfasst. Eine strikte Trennung macht aus der Sicht nicht nur des Allergologen sondern auch des Akupunktur-Arztes Sinn. Zwar beeinflusst die Akupunktur, in Studien gesichert, das Immunsystem, aber eine Desensibilisierung durch Akupunktur zu behaupten wäre m. E. völlig haltlos. Dagegen ist die akupunkturgestützte Änderung der stoffabhängigen Reaktionsschwellen sicher leichter nachvollziehbar, also eine Hyposensibilisierung denkbar.

Wir werden also heute mit einer generellen Zunahme allergischer Erkrankungen konfrontiert. Ohne Therapie sind Folgeerkrankungen vorprogrammiert. Eine Hypersensibilität ist aber nicht zwangsläufig mit einer Allergie gleichzusetzen. Gerade bei der „Nahrungsmittelallergie“ handelt es sich mehrheitlich um eine Intoleranz oder Hypersensibilität. Ziel unserer therapeutischen Bemühungen ist also eine akupunkturgestützte Toleranzsteigerung.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören Haut/Schleimhaut zum Element „Metall“ und damit zum Funktionskreis Lunge/Dickdarm. Der Öffner ist der Nasen-Rachenraum. Die Leitbahnen finden sich im energetisch ersten Umlauf. Im gleichen Umlauf finden wir aber auch die Leitbahnen Magen/Milz, die alle vier zusammen den in sich geschlossenen ersten Umlauf darstellen. Milz/Magen bilden den Funktionskreis der Mitte mit den gleichnamigen Leitbahnen und dem Öffner Mund, versinnbildet durch das Element „Erde“ (s. Abb1).

Abb.1: Zusammenhang der FK Lunge und Milz im Pentagramm (n. Richter/Becke)


Wir finden also im I. Umlauf neben der Trennschicht zwischen Inwelt und Umwelt nicht nur die Schicht Haut und Schleimhaut, sondern auch die für die Aufnahme und primäre Verwertung aller auf die Grenzfläche treffenden Substanzen notwendigen Organe und Organsysteme. Auch spielen sich an beiden Öffnern und an Haut/Schleimhaut die sofortigen Reaktionen einer IgE-induzierten immunologischen Reaktion sowie die nicht-IgE-induzierte Hyperreaktion, die Intoleranz gegenüber Nahrungsmitteln und anderen Kontaktsubstanzen ab. Demnach scheint zumindest theoretisch die energetische Beeinflussung im Sinne einer Schwellenwertveränderung durch Reizung biologisch aktiver Punkte der Leitbahnen des I. Leitbahnumlaufs möglich (Abb.2).

Abb.2: Leitbahn-Umläufe (n. Richter/Becke)


Leitbahnen im Sinne der TCM sind die Energiebahnen der Chinesischen Medizin. Sie dienen als Orientierungshilfe, gelten als Ordnungssystem für biologisch ähnlich aktive Punkte. Sie gelten als Analogon für Muskelketten und Segmentverläufe. Sie gelten als Informationsträger und Resonatorsystem für kohärente elektromagnetische Wellen, die die Organsysteme untereinander verbinden. Die enorme Geschwindigkeit der Informationsübertragung ergibt sich möglicherweise aus der Übertragung durch Biophotonen, damit ohne energetische Verluste im Sinne der Energieweiterleitung durch Tsunami-Wellen.

In der Praxis haben sich mehrere Modelle als wirksam erwiesen, die allesamt einen veränderten Informationsfluss (QI-Fluss) bewirken. Unser Zugang zu diesem System sind die Leitbahnen (Meridiane) mit ihren biologisch aktiven Punkten. Traditionell wäre der Therapieansatz über die Kopplung der Yuan-Quell-Punkte der in relativer Fülle befindlichen Leitbahnachsen zu den Luo-Durchgangs-Punkten der in relativer Leere/Schwäche befindlichen gekoppelten Leitbahnachsen des I. Umlaufs möglich. Diese Verbindung nennt man Transversales LUO, die therapeutische Anwendung dieses Konstrukts nennt man Innen-Außen-Kopplung oder umgekehrt Außen-Innen-Kopplung, in Abhängigkeit der energetischen Ausgangslage (Abb.3).

Abb.3: Kopplungen der Leitbahnen des I. Umlaufs (n. Richter/Becke)


Viel wirkungsvoller hat sich aber die Anregung des Informationsflusses (QI-Fluss) über die Stimulation der jeweiligen Anfangs- und Endpunkte der Leitbahnen des 1. Umlaufs im Sinne des Umlaufs gezeigt, also der Leitbahnanordnung Lunge-Dickdarm-Magen-Milz folgend, wobei beginnend mit dem Punkt Lu 1 die Reihenfolge Lu 11, Di 1, Di 20, Ma 1, Ma 45, Mi 1 und Mi 21 lauten würde. Problematisch für die klassische Reizung wäre der Punkt Ma 1, den man aber erfahrungsgemäß ohne Wirkverlust mit den Punkten Ma 2 oder sogar besser Ma 3 austauschen kann.

Ein zweites Problem ergibt sich aus dem Alter der Mehrzahl der Betroffenen. Unsere Patienten sind mehrheitlich Kinder aller Altersklassen und Jugendliche. Und damit ist die Frage der Akzeptanz der Methode, Nadelstiche sind und bleiben im Bewusstsein der Kinder schmerzhaft, wohl kaum längerfristig haltbar. Es liegt also auf der Hand, energetisch hochwirksame, aber schmerzlose Stimulationsverfahren einzusetzen: Den Soft-LASER. Daraus ergibt sich folgender Therapieansatz wie in Tab.2 dargestellt.

Tab.2: Punktkombination zur Hyposensibilisierung

•Lungen-Leitbahn   Lu 1 und Lu 11
• Dickdarm-Leitbahn   Di 1 und Di 20
• Magen-Leitbahn   Ma 3 und Ma 45
• Milz-Leitbahn   Mi 1 und Mi 21


Man beginnt praktischerweise mit dem Punkt Lu1 re., dann Lu 1 li., geht dann zu Lu 11 li., dann Lu11 re., zu Di 1 re. und so fort im jeweiligen Wechsel der Seite und endet automatisch mit dem Punkt Mi 21 re. Eine Simultanstimulation wie von einigen Autoren empfohlen ist u. E. nicht notwendig, würde den technischen Aufwand verdoppeln, aber keinen adäquaten Nutzen erbringen.

Als viel wichtiger hat sich erwiesen, dass das auslösende Agens während der Stimulation in Kontakt zur Grenzschicht, der Haut, ist, wobei sich auch hier die Bauchhaut (Umgebung des Nabels) als besonders wirksam erwiesen hat. Die Reagibilität und deren Veränderung nach erfolgter Therapie lassen sich unmittelbar davor und danach durch kinesiologische Testung ermitteln.

Fakten: Klassische Nadel-Akupunktur erzielt akute Symptomlinderung und eine präsaisonale Stabilisierung. Gleichzeitige Allergenapplikation währen der Stimulation steigert die Toleranz gegenüber diesen Allergenen. Softlaserakupunktur der Leitbahnen des I. Umlaufs dämpft oder normalisiert eine hypererge Reaktionslage. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind in Tab.3 und 4 aufgezeigt.

Tab.3: Ergebnisse

  • 90 – 100% anhaltende Symptomkupierung bei Nahrungsmittelallergie vom Soforttyp
  • 75% anhaltende Symptomverbesserung bei Frühblüherallergie
  • 60% Besserung einer Hausstauballergie nach 6 – 10 Behandlungen
  • Keine Nebenwirkungen oder Zwischenfälle bei Reexposition beobachtet


Tab.4: Fazit


  • Nahrungsmittelallergien vom Soforttyp und inhalative Allergien mit kleinem Allergen-Spektrum zeigen längerfristige Sicherheiten
  • Hausstauballergien bedürfen mehrfacher Auffrischungsbehandlungen in Wochen- bis Monatsfrist
  • Spätblüherallergiker benötigen während der Saison alle zwei bis vier Wochen eine Wiederholungsbehandlung


Der Kinesiologische Muskeltest hat sich in Diagnostik und Therapie der Hyperreagibilität bewährt. Lasergestützte Hyposensibilisierung und Toleranzsteigerung sind mit nur geringem Aufwand praktikabel. Frühzeitige Hyposensibilisierung und Toleranzsteigerung bei Allergikern sind der beste Schutz vor Mutation zu chronisch schwerwiegenden Erkrankungen. Insgesamt wieder eine großartige Therapieoption für alle erlernbar und reproduzierbar, auf jeden Fall in den Kursen der DGfAN.


Dr. med. Reinhart Wagner
Facharzt für Allgemeinmedizin
Facharzt für Sportmedizin
Akupunktur, Chirotherapie, NHV
Kuhbacher Hauptstr. 71
77933 Lahr
dr.wagner@dgfan.de

Literatur beim Verfasser


Aktualisiert am: 17.10.2013


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